DLMM Poolbillard

 

Outsiders – von der Außenbahn auf die Mainstreet 

 

Outside – Inside. Die Outsiders (Schweinfurt) sind in. Die Gamblers, ebenfalls aus Schweinfurt, out – sie haben verspielt. Sogar das verflixte siebte Jahr hatten die Gamblers 2000 gemeistert. Achtmal hintereinander hatten sie die DLMM siegreich abgeschlossen und damit acht Mal die Qualifikation zum Worldcup in Las Vegas geschafft. Ein Rekord für die Ewigkeit! Das neunte Mal – dieses Mal - das sollte einfach nicht sein. Diesmal triumphierten die Outsiders. Erstmalig! 

 

Im vierten Anlauf hatten die Outsiders ihre Ziele erreicht. Ihr Reiseziel: Las Vegas. Ihr sportliches Ziel: Sieg bei der DLMM, den Deutschen Liga Mannschafts-Meisterschaften des DSAB (Deutscher Sportautomatenbund), im 8-Ball Poolbillard am 8. März im Display in Schweinfurt!

Da wollten Ober-Outsider Peter Weippert die Gesichtszüge nicht mehr entgleisen: Der hatte sein breitestes Dauer-Breitwandgrinsen aufgesetzt - und damit kann er einigen Billardkugeln gleichzeitig das Fürchten lernen: „Wir haben es geschafft!“, wurde er nicht müde, diese Formel in allen Schattierungen der Freude überschäumend zu variieren. Und Recht hatte er!   

Kurioser Weise hatten die Outsiders zuerst die Qualifikation nach Las Vegas unter Dach und Fach gebracht, um sodann erst den Sieg perfekt zu machen. Und das lag daran, dass sich bei der diesjährigen DLMM gleich zwei Teams für Las Vegas qualifizierten. Denn in diesem Jahr wurde nur ein großes Finale für alle A-Teams sowie die qualifizierten B- und C-Mannschaften ausgetragen.

 

Der Weg ist das Ziel

 

So war das Match um den Einzug ins Finale auf der Gewinnerseite auch das absolute Sahnestücken dieses Turniers. Denn die Sieger dieser Begegnung hatten Las Vegas bereits gebucht. Das Spiel ums Finale auf der Verliererseite brachte mit dem Sieger das zweite Team für Las Vegas hervor. Das Finale selbst entpuppte sich dann als: Eine Frage der Ehre – und diese wurde ehrenvoll beantwortet.

Um ins Spiel ums Finale auf der Siegerseite einzurücken, mussten sich die Outsiders mit 13:2 gegen den C-Ligisten Obelix GmbH & Co. KG aus Schweinfurt durchsetzen. Die beiden Punkte für Obelix sackte Andreas Benedikt ganz allein ein. Trotzdem ein gelungener Auftakt der Outsiders. Anschließend bekamen die Outsiders die Schweinfurter The Growbacks serviert, den Sieger der B-Liga. Die Outsiders lieferten abermals eine (fast) optimale Performance ab, denn beim 13:3 war es lediglich Marcus Mutschler, Michael und Frank Eggertir vergönnt,  Ehrenpunkte für die Growbacks zu retten.     

Die Gamblers wiederum hatten zunächst das sportliche Vergnügen mit The Nameless aus Bad Neustadt, die als A-Ligist auch zum Oberhaus der DSAB-Ligateams zählen. Dank des souveränen 13:5 behielten sich die Gamblers alle weiteren Optionen offen. Für The Nameless punkteten Albert Kunzmann und Dietbert Albert gleich im Doppelpack. Die nächste Bewährungsprobe mussten die Gamblers gegen Happy Game aus Würzburg bestehen, ebenfalls A-Ligist - und somit eine weitere äußerst ernstzunehmende und zudem schwierige Aufgabe. Die Gamblers präsentierten sich allerdings voll konzentriert und ließen nur einmal kurz etwas anbrennen, als Thomas Wolfstädter einen Punkt entführte. Endstand: 13:1!

 

Showdown

 

Somit kam es zum ersten Showdown zwischen den Gamblers und den Outsiders. Es ging nicht nur ums Finale, sondern der Sieger dieser Partie hatte den Sprung über den großen Teich nach Las Vegas bereits geschafft. Was das zahlreiche, fachkundige und äußerst gebannte Publikum geboten bekam, verdiente sich das Prädikat „besonders wertvoll“. Und das ist noch bescheiden ausgedrückt.

Den Gamblers gelang ein furioser Start. Nach der ersten Runde führten sie überlegen 4:1. Daniela Husseneder, Daniel Erdmann sowie „Otto“ alias Gerhard Werner und Frank Lauerbach hatten jeweils einmal zugeschlagen. Und man war schon fast geneigt zu sagen: „Same Procedure as every Year!“ Die Gamblers vermochten nach der zweiten Runde ihren Vorsprung auf 7:3 zu konsolidieren. Also doch immer das Gleiche: Viele Teams spielen Pool, am Ende jedoch gewinnen die Gamblers. Denkste! Die Outsiders glichen mit einem furiosen Zwischenspurt nicht nur aus, an dem Berat Arifi, Karl Martin, Christian Heusinger, Peter Weippert sowie Torsten Stahl zu gleichen Teilen Anteil hatten, sondern gingen erstmalig mit 8:7 in Führung. Der Spannungsbogen sollte noch drallere Vibrationen erzeugen. Denn nach der vierten Runde begann das Spiel sozusagen aufs Neue, denn das Match stand mit 10:10 im Lot. Und die Gamblers erkämpften sich abermals leichte Vorteile zum 12:11. Noch ein Pünktchen fehlte zum Sieg, doch die Outsiders holten zum „tödlichen“ Doppelschlag aus: Weippert fällte Werner mit 10:0, und mit dem gleichen Ergebnis setzte sich Karl gegen Husseneder durch. Als eifrigster Punktesammler machte Karl mit vier gewonnenen Spielen von sich Reden.   

 

Erste Nach(t)gedanken

 

Die Freude war riesengroß. Seitens der Outsiders. Man hatte es gepackt. Las Vegas hatte man im Sack. Die Gamblers geschlagen. Vor den laufenden Fernsehkameras von TV-Touring begründete man den Sieg „mit dem Teamgeist. Wenn einer mal einen Hänger hatte, wurde er von den anderen wieder hochgezogen!“ Und tatsächlich boten die Outsiders eine tolle Teamleistung. Ihr Spiel wirkte dynamischer, auch quicker in der Entscheidungsfindung, frisch und jederzeit erfolgsbehaftet.

Für Weippert war der Sieg ein ganz besonderer Genuss. Untertrieben. Es war ein Festtagsschmaus! Denn als Ex-Gambler war er bereits fünfmal in Las Vegas präsent gewesen, „doch dieser Sieg war der Schönste!“ Er setzt auf sein neues Team auch in Las Vegas: „Ich bin überzeugt, dass wir diesmal etwas reißen können. Das Team ist hungrig!“

Auch in der Stunde des totalen Triumphes – und das hier war einer schlechthin – zollte man den Verlierern den größten Respekt: „Wir waren zwei gleichstarke Teams. Und was die Gamblers über all die Jahre erreicht haben – alle Achtung!“, so die geschlossene Outsider Einstellung.

 

Gamblers buchen Las Vegas im zweiten Anflug

 

Die Gamblers mussten eine neue Erfahrung machen. Denn noch nie in all den Jahren waren sie auch nur einmal auf der Verliererseite gelandet. Nur ein einziges Mal hatten sie überhaupt ein Match verloren, und zwar im ersten Durchgang des Endspiele von 2000 gegen die Outsiders mit 11:13, als Arifi Berat den Match- und Schlusspunkt setzte. Doch das war schnell entzaubert und nur „banales“ Zwischenergebnis, als die Gamblers diese zwischenzeitliche Schlappe kurzerhand mit einem eindrucksvollen und letztendlich siegreichen 13:11 zu korrigieren wussten.

Zurück in die Gegenwart. So ging es auch im zweiten Spiel ums Finale, nur auf der Verliererseite, um die Wurst – sprich Las Vegas. Die Gamblers trafen auf die Growbacks, deren Turnierverlauf sich so gestaltet hatte: Sieg über Die Oldies, Sieger der C-Liga I, Niederlage gegen die Outsiders. Es folgten auf der Verliererseite Erfolge mit 13:4 über The Nameless und ein ganz knappes 13:11 über Happy Game Breaker, die sich im letzten Jahr noch als Finalisten bewährt hatten. Und jetzt das Spiel gegen die Gamblers. Die Gamblers zeigten sich durchaus angeschlagen und verwundbar. Bis zum 4:4 hielten die Growbacks fabelhaft mit. Doch dann eilten die Gamblers auf 10:4 davon, um dann letztendlich mit 13:8 die Nase vorn zu haben. Den entscheidenden Point markierte Husseneder.

 

Eine Frage der Ehre

 

Im Finale selbst ging es um die Ehre – und die wurde bei beiden Teams, sowohl bei den Gamblers als auch Outsiders, groß geschrieben. Beide Teams wollten unbedingt gewinnen. Die Gamblers hätten so alles gewonnen, wären so zum neunten Mal als Sieger der DLMM hervorgegangen, während den Outsiders noch der Titel fehlte, und sie hätten so einiges verloren. Deshalb gingen beide Teams hoch motiviert zur Sache. Allerdings lagen die Outsiders diesmal immer einen Deut vor der Konkurrenz  – die Gamblers immer nur auf Verfolgsjagd. 3:2 für die Outsiders nach der ersten Runde, 6:4 nach dem zweiten Durchgang und 10:5 nach Round three. Die Gamblers machten noch einmal ordentlich Dampf, kamen zwischenzeitlich auf 11:9 heran, doch das war’s und die Gamblers unterlagen schließlich Punktum mit 13:9. Karl war nicht nur der Siegpunkt geglückt, er war mit vier Punkten auch der effektivste am Tisch

 

Gut für alle

 

Anerkennung – die Gamblers, zwar sichtlich niedergeschlagen, zeigten Größe in der Niederlage und verstanden es ausgezeichnet, mit dem Sturz umzugehen. Die größte Anerkennung zollten aber alle den Siegern, dem neuen Titeltitelträger, dem es erstmalig in der DLMM-Geschichte gelungen ist, die Gamblers vom Thron zu stoßen.

Michael Hümpfner, Vorsitzender des VFS (Verein zur Förderung des Sportautomaten-Sports), machte einige Minuten nach Mitternacht bei der Siegerehrung aus seinem Sportlerherzen keine Mördergrube: „Es freut mich, dass endlich einmal ein anderes Team gewonnen hat. Das ist gut für die Weiterentwicklung des Poolbillards im DSAB!“ Die Outsiders nickten voller Verständnis, um dann die Nacht zu ihrem Tag zu machen … Polizeiberichte lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor!

Was wir aber erfahren durften, war einen hervorragend organisierten Event – für den vornehmlich Liga-Sekretär Oliver Bandorf verantwortlich zeichnete – einen gelungenen Billardtag in prickelnster Atmosphäre – dafür zeichneten alle Beteiligten verantwortlich – und die beste Werbung für den Poolbillardsport – dafür zeichneten VFS und DSAB verantwortlich. Für einen hervorragenden Fernsehbericht will das Team von TV-Touring sorgen.     

 

 

Endklassement:

 

1. Outsiders                             Schweinfurt

2. Gamblers                             Schweinfurt

3. Growbacks                          Schweinfurt

4. Happy Game Breaker            Würzburg

5. The Nameless                     Bad Neustadt

    Die Oldies                            Schweinfurt

7. BC Frankenpower             Gerolzhofen

    Obelix GmbH & CoKg            Schweinfurt    

 

 

 

 

Die erfolgreichsten Einzelspieler:

 

Daniela Hussender            15

Markus Mutschler            14

Frank Eggerter            13

Daniel Erdmann             13

Torsten Stahl                13

Thorsten Endres 12

Martin Karl                  12

Peter Weippert            12

Frank Lauerbach            11

Michael Engelhaupt            10

William Parks               10

 

 

                                   

 


Die großen Sieger: Outsider


Las Vegas, die Neunte: Die Gamblers


Die Growbacks auf dem dritten Platz


Erfolgreichste Spielerin: Daniela Husseneder

zurück