Ein Erlebnisbericht von Oliver Bandorf, ein echter Gambler
Las Vegas ist ein Erlebnis, keine Reise, die man
einmal so einfach macht. Las Vegas ist eine kleine Wüstenstadt mit einer
Glücksspiel-Lizenz und sie hat Glück gehabt und eine riesengroße Karriere gemacht:
Als Dorado für Glücksritter und Gambler aller Art ist Las Vegas Reichtum schon
längst nicht mehr auf Wüstensand gebaut.
Ging es früher nur ums Glück, beziehungsweise ums
Glücksspiel und das damit verbundene Business, geht es heute nur noch ums Business.
Freisprudelnde Bloody Mary Fontainen gehören längst der Vergangenheit an,
genauso wie Steak&Loobster für 4 Dollar (all you can eat – of course) oder
alle Drinks für 50 Cents. Heute kostet ein ordinäres Bier 3,50 Dollar – plus
Tip.
Dafür schläft Las Vegas nie. Wer hier schläft, verschläft etwas. Stattdessen
rattern Tag und Nacht Tausende von Slot-Machines, hören die Kugeln an den
Roulettetischen niemals auf, sich zu drehen, werden die Karten beim Poker und
Black Jack ständig neu gemischt. 24 Hours ist Las Vegas geöffnet. Manchmal hat
man das Gefühl noch länger.
Das ist kein herkömmliches Leben – das ist Retorte. Las Vegas ist einfach der
Inbegriff einer künstlichen Welt, die dank jeder Menge Strom, Phantasie und
einer perfekt geölten Serviceindustrie ewig leuchtet, glitzert, funkelt.
Jährlich strömen in die Wüstenstadt mit 120
000 Hotelzimmern, die 1940 gerade einmal 8 000 Einwohner zählte, über 35 Millionen Besucher. Darunter
300 000 Deutsche, darunter 2 Poolbillardteams, die Gamblers und die Outsiders
aus Schweinfurt, die beiden besten DLMM-Teams des DSAB, die beide aus der
fränkischen Mayer-Liga kommen.
Das Beste, was die Stadt zu bieten hat - die eigentliche Phänomene der
Spielerstadt - sind die Mega-Hotels,
die Anfang der 90er
Jahre entlang des Las
Vegas Strip entstanden. Dabei handelt es sich nicht um einfache Herbergen, die
Betten stunden- oder tageweise vermieten, sondern um Erlebnispaläste mit einem
Thema. Ihr Ziel: Mit rekordverdächtigen Sensationen möglichst viele Besucher in
ihre Kasinos und in die eigenen Shows zu locken. Gäste dieser bis zu 4 000
Zimmer zählenden Hotels tauchen in einen magischen Orbit, der auch Skeptiker in
Staunen versetzt, denn hier werden Märchen wahr – eine Welt aus Pappmaché und
Beton. In der zudem unglaubliche Shows wie zum Beispiel Siegfried und Roy’s
„Voice of Magic“ aufblühen. Eine wahrhaft verzauberte Welt.
Nur hier kann auch das größte
Poolbillard-Turnier der Welt stattfinden. Bisher immer mit über 5 000 Spielern
gehandelt, seit diesem Jahr mit rund 6 000. Die meisten von ihnen natürlich aus
dem Land der unbegrenzten Poolbillard-Möglichkeiten. Denn Poolbillard gehört
zum guten Ton des American Way of Life.
Das Riviera-Hotel, traditionsgemäß der
Austragungsort, verwandelt sich dann zumindest in eine riesige Poolwelt – mit
rund 200 Tischen. Hier ist Pool Lebensphilosophie. Große Philosophie, auch wenn
die Tische mega-klein sind, nämlich 6-Fuß. Die Größe macht hier die Menge.
Pool wird hier auch
anders gespielt. Keine anderen Regelns, sondern eine andere Einstellung – eine
typisch amerikanische - erfolgreich, ruppig, immer das Ziel vor Augen: den Sieg
– und sonst nichts. Da kommt keine Eleganz auf, da wird nicht zelebriert, da
wird eingelocht. Das ist es, was zählt. Das muss der deutsche
Poolbillardfeingeist erst einmal verkraften.
Trotzdem ist Las Vegas, genauer gesagt der
VNEA-Worldcup das Nonplusultra im Poolbillard. Ein einmaliges Erlebnis.
Sozusagen der Ritterschlag für alle ambitionierten Freizeitspieler. Von diesem
Erlebnis kann man nicht genug bekommen.
Natürlich will man auch einmal ganz vorne
landen, aber Rang 13 für die Gamblers unter 809 Teams ist schon spitzenklasse
und auch Platz 49 der Outsiders ist nicht schlecht.
In den Einzel-Wettbewerben tat sich bei den
Damen insbesondere
Daniela Husseneder,
eine Gamblerin, hervor: Platz 3 im 9-Ball Masters und Platz 7 im 8-Ball
Masters. Daniel Erdmann, ebenfalls ein Gambler seines Zeichens, belegte Platz 7
im 9-Ball Masters. Und der Outsider Peter Weippert stieß bis auf Rang 9 im
8-Ball Masters vor.
Der einzige Nachteil in Las Vegas, eine Woche
vergeht wie im Fluge. Das Gute: Las Vegas ist jedes Jahr.
Für den tollen Trip
möchte ich mich im Namen aller Spieler beim VFS, beim DSAB und Löwen
Entertainment bedanken. Las Vegas ist eine echt tolle Sache